Rund 437.000 Euro Fördermittel bekam der Bergische Ring am Montag, 8. Februar 2010, vom Land NRW überreicht. Rainer Klenner vom NRW-Ministerium für Bauen und Verkehr übergab die Summe symbolisch an den Vorsitzenden des Bergischen Ring. Als Ort der Fördergeld-Übergabe wurde der künftige Haltepunkt Wuppertal-Beyenburg der Museumseisenbahn „Wupperschiene“ gewählt. Hier fiel der öffentliche Startschuss für die zweite große Etappe der Baumaßnahmen des Bergischen Ring.
Mit dieser großen Fördergeld-Tranche ist der Weg frei für die nächsten drei sehr wichtigen Teil-Projekte des Bergischen Ring e.V., die im Ganzen mit 692.000 Euro Landesgeldern gefördert werden. Die „Wupperschiene e.V.“ macht damit die Eisenbahnstrecke zwischen Wuppertal-Beyenburg und Radevormwald-Wilhelmsthal fit für den Museumsbahnverkehr. Der Ausbau des Streckenabschnitts Beyenburg - Wuppertal-Rauenthal (dort Anschluss an die DB-Strecke W-Oberbarmen - Remscheid) wird folgen. Die „Wupperschiene“ wird das „Eiserne Rückgrat“ des Erholungs- und Tourismusgebietes entlang der Wupper zwischen Oberbarmen und der Wuppertalsperre. Diese Museums- und Tourismusbahn ist die zentrale Voraussetzung zur Entwicklung des Gebietes, dessen touristisches Potential genauso hoch wie unterentwickelt ist. Eine große Attraktion in diesem Gebiet bilden bereits heute die Textilstadt Wülfing und unser Mitglied „Wülfing Museum“. Die „Stiftung Regionale Verkehrsgeschichte“ / „Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft“ restauriert zwei historische Dieselbusse, unverzichtbar für das Touren-Angebot des Bergischen Ring, und schließlich werden die „Bergischen Museumsbahnen“ 2010 in Wuppertal-Kohlfurth die Verlängerung ihrer Straßenbahnstrecke von der Haltestelle Greuel bis zur neuen Endhaltestelle Möschenborn abschließen können. Alle drei Mitgliedsvereine des Bergischen Ring steuern zu den Baumaßnahmen erhebliche Eigenleistungen bei, die über die geforderten 20 Prozent an der Gesamt-Bausumme hinausgehen.
Der Bergische Ring e.V. bildet mit seinen Mitgliedsvereinen ein Dezentrales Verkehrsmuseum der Region und verbindet seit 2002 die bedeutenden Industriedenkmäler der Region mit Historischen Verkehrsmitteln. Zwischen den äußersten Mitgliedsvereinen, dem Museum Lokschuppen in Erkrath-Hochdahl und dem Endpunkt der „Wupperschiene“, liegen rund 27 Kilometer Luftlinie.
Der Bergische Ring e.V. ist der Bergischen Entwicklungsagentur eng verbunden und hat dort in Solingen auch seinen Sitz. Er war 2002 das erste Projekt der „Regionale 2006“, das aktiv wurde und seitdem die „Regionale 2006“ ‚erfahrbar’ machte. Er ist Teil des Landesprogramms „Initiative ergreifen“. Dieses fördert Projekte, die durch bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement entstehen. Ein ganz zentraler Partner ist die Stadt Solingen. Diese verantwortet letztlich und betreut die fördertechnische Seite des komplexen, auch arbeitsmäßig aufwendigen Projektes.
Seit 2002 konnten bereits bedeutende Baumaßnahmen ausgeführt werden. Diese dienten vorrangig dem dringend nötigen Ausbau der Logistik ‚hinter den Kulissen’: Eine winterfeste Werkstatthalle für ihre Historischen Straßenbahnen bekamen die „Bergischen Museumsbahnen“. Wagenhallen für Historische Diesel- und Oberleitungsbusse sowie Eisenbahnfahrzeuge bauten die „Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft“ in Wuppertal, das „Obus-Museum Solingen“ und das „Museum Lokschuppen“ in Erkrath-Hochdahl. Für die Öffentlichkeit deutlich sichtbar fährt ein restaurierter historischer Obus des „Obus-Museums Solingen“, Baujahr 1959, seit 2008 die „RitterTour“ zwischen Schloss Burg und W-Vohwinkel, der „Manuelskotten“ in Wuppertal-Kohlfurth bekam 2004 ein neues Wasserrad, und 2009 / 2010 verlängern die „Bergischen Museumsbahnen“ ihre Straßenbahnstrecke. Die bisherigen Baumaßnahmen umfassen bereits eine Gesamtinvestition von fast 950.000 Euro. Finanziert wurden sie durch rund 640.000 Euro Fördergelder und eine Eigenleistung von deutlich über 300.000 Euro.
Damit hat der Bergische Ring bereits jetzt einen erheblichen Beitrag zur lebendigen Bewahrung des großen verkehrs- und industriegeschichtlichen Erbes des Bergischen Landes geleistet. Er hat einen großen Anteil daran, dass die Tourismus-Region „Bergisches Städtedreieck“ für die eigenen Bürger und auswärtige Besucher attraktiv wird.
Die drei jetzt begonnenen Baumaßnahmen sind attraktive Teilprojekte, die auch für die breite Öffentlichkeit deutlich sichtbar sind. Dass an der Übergabe der Fördergelder unter anderem Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung, Radevormwalds Bürgermeister Dr. Josef Korsten und die Bezirksbürgermeister der drei Ost-Wuppertaler Bezirksvertretungen Christel Simon (Oberbarmen), Christoph Brüssermann (Heckinghausen) und Wolfgang Peter Cleff (Langerfeld-Beyenburg) teilnahmen, zeigt, wie hoch in Zeiten höchster Finanznot der bergischen Kommunen die Bedeutung ehrenamtlich geführter und finanzierter Arbeit eingeschätzt wird.
Zur Fördergeldübergabe und zu den drei Baumaßnahmen siehe auch:
www.wupperschiene.eu/?Page=13 und www.wupperschiene.eu/?Page=27; www.vhag-wsw.de/start - „Bilder & Berichte“ - „Aufarbeitung FBW“ und www.bmb-wuppertal.de, „Aktuelles“ (Bilder März 2009 und früher).
Mit freundlichen Grüßen, man sieht sich in der Saison 2010
